spuren

spuren

zuvor: cracks & distances. licht und schattenspiele. erhebungen und vertiefungen.

dann: > spurenbilder <

darauf folgen: > spur II <, > spur III <, > spur III+ <

 

polychromie folgt monochromie. übergänge, horizontal und vertikal.

 

wer die arbeiten von michael pisk kennt, weiß: brüche sind. übergänge sind.

beide geben im künstlerischen schaffen die farb- und materialverwendung für die rhythmen der abzubildenden strukturen vor. zeit und temperatur als wesentlicher katalysator auf die arbeitsmasse, die der künstler verwendet, bringen die farben schwarz und weiß, in bewegung: der aufgetragenen masse wird durch wärme feuchtigkeit entzogen. dehydration tritt ein. sie trocknet, wird porös, verwittert am rahmenkörper und wird dann vom künstler abgetragen. ein schauspiel in allen nur erdenklichen feinabstufungen von grau entsteht. – linien, fächerartige gebilde, verdichtungen, weitungen.

 

die spuren des geschehens bilden sich als manifestation des gewesenen ab. schwarz und weiß erzeugen unzählige abstufungen von grautönen. oszillieren zwischen nah und fern, in steter bewegung durch die verschiedene dichte des materials, hervorgerufen im bewegten blick des betrachters, der sich in den rahmenkörper versenkt, seinen eigenen inneren spuren folgend in die tiefe der einzelnen schichten, welche einmal übereinander gelegt worden sind. 

 

spurenfindung

text (L.) für den katalog zur ausstellung: > stark bewölkt < im musa 2009, wien 

 

> spur I <

nach abzug des materialauftrags entstehen schwarz-weisse strukturengebilde.

> spur II <

die arbeiten der spur II zeichnet ein farbelement ab, das sich in die leinwand eingeprägt hat und ebenso vom materialauftrag die strukturen des materials.

> spur III < 

von der früheren monochromie wird in diesem zyklus eine polychromie erzeugt, indem über das materialnetz (materialschicht) verschiedene farben, die primär aus pigmenten bestehen, übergossen, um wieder auf der leinwand jene spuren zu hinterlassen, die in einem zueinander stehen.

> spur III+ <

in der erweiterung der an der leinwand spuren arbeitenden tätigkeit bleiben größere, nach dem abzug des materials, materialschichten übrig. diese formen der erweiterung sind haptisch sichtbar.

schichtungen, die sich aufeinander beziehen, ineinander, übereinander stehen und die spur III+ zum ausdruck bringen, nämlich jene materialdichte, die sich gedanklich überschichtet und den blick der oberfläche zur tiefe, zur visualität des bildwerks bringen.

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